Biographie

Leben und Werk

Max Weinberg wächst in einem deutsch-polnisch-jüdischen Elternhaus auf.
Sein Vater, Abraham Weinberg, ein Ostjude, zieht in den zwanziger Jahren, aus wirtschaftlichen Gründen, von Lodz nach Kassel, wo er seine zukünftige Frau, Neti, kennen lernen sollte.
Sie sind glücklich, heiraten und mit der Zeit werden sieben Kinder geboren.

Max Weinberg kommt 1928 in Kassel auf die Welt. Er hat vier Schwestern und zwei Brüder. Ein älterer Bruder, Arno, fällt im Konzentrationslager dem Faschismus zum Opfer. Der restliche Teil der Familie schafft es, zunächst 1933 nach Belgien überzusiedeln und emigriert 1935 in das gelobte Land – für die Kinder ein prägendes Paradies mit Meer, Schlangen, Skorpionen und viel Sand. Nach Palästina kommen zu der besagten Zeit die Verfolgten von überall her. Heute noch fließen maurische Elemente in Weinbergs Malerei ein. Nicht etwa deutsche Rationalität, sondern die orientalische Irrationalität kommt immer wieder aus dem Unterbewussten her zum Vorschein. In der Schule verbringt Max seine Zeit beim Malen. Mehrmals wirft ihm sein Lehrer dafür seine Buntstifte aus dem Klassenfenster. Zu Hause steckt er seinen Eltern, er wolle nicht mehr zur Schule gehen, ihn interessiere nicht, wo der Mississippi liege.

Als Achtjähriger überrascht ihn beim Radiohören eine Musik, die, wie sich später herausstellte, von Ludwig van Beethoven war und seine gesamte Malerei bis heute so beeinflusst hat. Max versucht sich sein Taschengeld mit dem Malen zu erwerben: mit dreizehn steht er auf der Strasse, stellt kleine Bilder auf Papier auf dem Boden aus und verkauft sie. Für den Orient ist typisch, dass sich wetterbedingt alles draußen auf der Strasse abspielt, so auch und vor allen Dingen der Handel.

Er besucht zusammen mit dutzenden anderen Altersgenossen eine Einführung in die Kunst der geistigen Polemik und Auseinander­setzung des Talmuds. Schon nach drei Monaten reicht es ihm und er klinkt sich aus. Der Vorteil des Erziehungssystems zu Pionierzeiten ist, dass es, gerade zu Zeiten des Holocausts, in dem in Europa so viele Intellektuelle vernichtet werden, nicht versucht wird den Kindern aufzuzwängen, was sie nicht wollen, sondern das zugelassen und unterstützt wird, was in ihnen steckt, ihre einzelnen, individuellen Begabungen. Man meint, Intelligenz entstehe nur, wenn man sie nicht autoritär lenke. Dass auch so seine Umgebung, insbesondere sein Vater Abraham dachte, sieht Max heute als den Grund für sein Glück, als freischaffender Künstler im Atelier stehen zu dürfen. Dass man ihn als Kind hat frei entscheiden lassen, ermöglichte es ihm, seine Vision Realität werden zu lassen und sich von einer geklonten Virtualität zu retten. Mit achtzehn macht er aus einer Baracke am Strand in Tel Aviv ein Atelier, das es ihm ermöglicht, sich nach den Schaffensstunden direkt in die Wellen zu stürzen. Zu diesen Zeiten malt er so gegen­ständlich wie Raffael oder Cezanne. Hauptthema ist die badende Frau, in einer Farbenskala, die ihm heute Augenschmerzen bereitet. Mit 23 schließt er einen Vertrag mit einem Galeristen ab, der ihm alle Bilder abnimmt. Der Erlös ermöglicht es ihm, sein Studium zu finanzieren, das er 1954 an der Staatlichen Akademie für Kultur und Künste in Tel Aviv beginnt.

Vier Jahre studiert er bei den Professoren Mokady, Stimatzky und Streichmann. Nach dem Abschluss an der Akademie, als 31 Jähriger, sieht Max Weinberg im Nahen Osten keine Perspektive für seine künstlerische Weiterentwicklung und entscheidet sich, auf der Suche nach intellektuellen und kulturellen Anregungen, aus­zu­wandern.
In Israel hat zu der Zeit der ökonomische sowie industrielle Aufbau Priorität. Die praktische, pragmatische Form muss vollendet werden. Es geht um die nackte Existenz der Menschen und ihre Sicherheit und dabei spielt die kulturelle Ebene nur eine Neben­rolle.

Max erlebt am eigenen Leibe, wie es zu Recht heißt : „wo Kanonen sprechen, schweigt die Muse“ und entsinnt sich eines Landes, dessen Gewalt- und Schreckensherrschaft schon seit mehr als einem Jahrzehnt aufgelöst worden ist – eines Landes der Dichter, Denker, Philosophen und Musiker, das ihn immer fasziniert hat: Deutschland. Sein Blut, so fühlt er, ist sowieso schon seit Geburt in Kassel wie genetisch verseucht von europäischer Kultur. Deshalb fällt es ihm auch nicht schwer, sich in Frankfurt am Main, einer Stadt mit einer Jahr­tausend alten jüdischen Tradition, niederzulassen und zu in­­­­te­­­­­grieren. An der Städelschen Kunstakademie bildet sich Max Weinberg fort, obwohl ihm ein Professor nahe legt, Gemüsehändler zu werden. „Herr Weinberg“, meint der Mann, gottähnlich, im weißen Kittel, hinter einem riesigen Schreibtisch, die Hände im Schoss gefaltet und mit ernster Miene: „Es gibt so viele Maler, erlernen sie doch einen Beruf, der ihre Zukunft sichert“. Jedoch zwingt die Stärke der Leiden­schaft zur Kunst den frei­schaffenden Maler und Grafiker, sich immer und weiter der Dynamik kreativer Prozesse zu widmen.

Seine Malerei ist eine, die er aus seinem Inneren heraus schöpft. Max Weinberg will keine der vielen Kunstströmungen, die es mal gegeben hat, nachäffen. Seine Ästhetik ist eine eigene und andere: figurativ, überirdisch, expressiv.

Er versucht, Außergewöhnliches, Entfremdendes in eine optische Form zu bringen, die die Leute nicht erwarten und die sie verunsichert. Seine Kunstwerke sollen schräge Raritäten sein. Die Figuren, die er heute malt, schwimmen häufig im Nichts, stehen bewusst auf keinem Boden, um ihnen einen außerplanetarischen, fremden Charakter zu geben. Oft greift er in seinen Bildern das Auftreten der Frauen auf, die ihr Aussehen in den Medien vermarkten, als seien sie Puppen, und entfremdet es. Er bringt es in eine ungewöhnliche, humoristische, sarkastische, manchmal auch schon fast lächerliche Form. Wenn er ein Modell mit einem derart tiefen Ausschnitt malt, dass nicht etwa nur zwei, sondern etliche Brüste zum Vorschein kommen, dann mag die Entfremdung ironisierend wirken. Die sexistische Darstellungs­gesellschaft, auf die er anspielt, findet er aber nicht lustig, sondern eher peinlich, grotesk – schon fast pervers. Max weiß davon, dass Betrachter immer gelockt werden müssen. „Käse und Speck wollen die Mäuse – die Konsummäuse von heute sogar Wurst der Extraklasse“ meint er. Immer wieder freut es ihn, wenn Jugendliche, die tagtäglich von Bildern aus den Medien überflutet werden, sich von seinen Bildern überraschen lassen und sich begeistern.
Natürlich begründen sie nicht immer ihre Eindrücke vom Intellekt her, sondern äußern ihre Reaktionspontan mit Ausdrücken wie: „affengeil“, „ätzend“, „hey Alter – kommt mega fett“, „cool man“…

Auch als Underground-Botschaft an die jungen Leute bringt er Graffiti-Elemente in seinem Werk zur Geltung. Er betreibt eine direkte, unmittelbare Ausdrucksmalerei, die einen freien Umgang mit der Kunst erwecken soll, die Überraschendes, Dissonantes, Schrilles in den Raum stellt.

Fest vertritt Max Weinberg die Meinung, dass es Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten gibt, wie z.B. der Satz an Uremotionen (Liebe, Leidenschaft, Hass, Neid, Trauer…) oder die Ausstattung der menschlichen Körper, die sich im Kern über die Jahrtausende hinweg nicht geändert haben und die, zum Glück, durch gesellschaftliche Systeme, selbst wenn sie virtuell-geklont werden sollten, weder ausschaltbar noch veränderbar sind. Bewusst malt er biologisch Programmiertes anders, um eine andere Wahrnehmung, ein anderes Bewusstsein des Archaischen, der uralten Substanzen und Eigen­schaften anzuregen. Gerade weil es Menschen mit drei Beinen, fünf Augen oder achtzehn Brüsten nie geben wird, bringt er sie auf Leinwand.

 


Sur la biographie et l’oeuvre de Max Weinberg
Parcours de l’artiste

Max Weinberg grandit dans une famille juive germano-polonaise. Dans les années 1920, son père, Abraham Weinberg, quitte Lodz pour des raisons économiques et s’installe à Kassel, où il rencontre sa future femme, Neti. Comme dans un conte ils sont heureux, se marient et au cours du temps naîtront sept enfants.

Max Weinberg vient au monde en 1928. Il a quatre sœurs et deux frères, dont l’un, l’aîné, Arno, trouvera la mort dans un camp de concentration. Le reste de la famille réussit à échapper au génocide en partant dès 1935 en Belgique, pour rejoindre, un an plus tard la Terre Promise – pour les enfants Weinberg, „un paradis avec mer, serpents, scorpions et beaucoup de sable comme Tahiti ou Hawaï“.

Les peintures de Max garderont toujours plus les empreintes de l’irrationalité orientale et beaucoup moins celles de la rationalité allemande.
La famille Weinberg arrive en Palestine au même moment que des réfugiés d’Europe entière. A l’école Max passe son temps à dessiner. Pour l’en empêcher, son professeur lui jette ses crayons de couleurs par la fenêtre. Max avoue alors à ses parents ne plus vouloir aller à l’école et ne pas s’intéresser à savoir où se trouve le Mississipi. A huit ans, la radio le surprend et le fascine avec une musique, qui s’avère être de Ludwig van Beethoven, et va avoir un impact majeur dans toute son œuvre. Max essaie de gagner son argent de poche avec ses dessins: à treize ans il vend ses tableaux exposés à même le sol, dans la rue.

Il participe, avec des enfants de son âge, à un séminaire de l’art de la polémique du Talmud.
Après trois mois, il en a assez et abandonne définitivement la voie de l’orthodoxie. A l’époque des pionniers et alors qu’en Europe se produit la Shoah, l’éducation est particulièrement douce et compréhensive. Elle n’essaye pas d’en imposer aux enfants mais au contraire de les encourager à développer ce qui est en eux, leurs propres talents individuels. Les éducateurs partent du principe que tous les enfants naissent intelligents et les laissent s’épanouir en liberté. Aujourd’hui Max s’explique sa chance de pouvoir peindre dans son atelier en écoutant du Beethoven par la compréhension formidable dont a fait preuve son entourage d’antan.

A dix-huit ans, il construit une baraque au bord de la mer, à Tel Aviv, et en fait son atelier, d’où, après ses heures de créativité, il peut se jeter directement dans les vagues. Il peint alors de manière réaliste, s’inspirant des grands maîtres comme Raphaël ou Cézanne.
Le thème principal de sa peinture de l’époque est la femme prenant son bain, dans une gamme de couleurs qui, aujourd’hui, “ lui font mal aux yeux !“. En 1948, pendant la guerre pour la création de l’état d’Israël, Max fait objection de conscience à l’ordre d’exécuter un berger et son fils, agenouillés et en pleurs. L’arme du commandant se braque alors sur lui, mais Max ne fléchit pas. Il mise sur le principe qu’un juif n’en tue pas un autre. Après c’est le choc: un volontaire abat de sang froid avec des tirs en pleine tête, sans apparents remords moraux ou étiques. Max est emprisonné. Il participe avec tout un groupe d’autres jeunes, détenus pour des raisons similaires, à une grève de la faim pour réclamer leur droit à être jugés.

Après six mois il est relâché non sans intimidations préalables.
Il reprend les pinceaux. A vingt-trois ans, il conclut un contrat avec un galeriste qui lui prend tous ses tableaux, ce qui lui permet de financer ses études, qu’il commence en 1954 à l’Académie des Beaux Arts de Tel Aviv. Durant quatre ans il étudiera sous la direction des professeurs Mokady, Stimatzky et Streichmann.

Lorsqu’il obtient son diplôme académique à l’âge de trente et un ans, il ne voit pas de perspective à son évolution artistique au Moyen Orient, et décide d’émigrer à la recherche d’autres stimulations intellectuelles et culturelles. Dans le jeune état d’Israël d’alors, l’ensemble des forces se concentrent sur la construction industrielle et économique, la subsistance et la sécurité des citoyens, et le plan culturel ne joue qu’un rôle secondaire. Max Weinberg donne alors raison à l’expression „la muse reste muette là où les canons parlent“. L’Allemagne, dont les poètes, penseurs, philosophes et musiciens l’ont depuis toujours fasciné, l’attire. Il s’installe à Francfort-sur-le-Main, ville à la tradition juive millénaire. A l’Académie des Beaux Arts du Staedel, il poursuit sa formation, même si un professeur tente de lui faire changer d’objectif: „Monsieur Weinberg,“ dit l’homme vêtu de blanc, derrière son énorme bureau et avec une mine sérieuse „il y a beaucoup de peintres. Apprenez donc une profession qui garantisse votre futur!“.
Mais la force de sa passion le pousse à se dédier entièrement aux dynamismes créatifs de sa peinture. Il puise son inspiration de l’intérieur, et ne veut imiter aucun des courants artistiques qui ont existé jusque là.
Son esthétique est à la fois sienne, et autre: figurative, extraterrestre, expressive.

Il s’essaye à la représentation visuelle d’un hors-du-commun auquel les gens ne s’attendent pas, qui les déboussole. Ses oeuvres veulent être des raretés dissonantes et étranges qui poussent le spectateur à sortir de ses habitudes visuelles. Les figures qu’il peint nagent souvent dans le vide, ne touchent pas pied, ce qui leur donne un caractère étrange et cosmique. Souvent, il reprend, dans ses tableaux, l’image de ces femmes qui vendent leur apparence dans les médias, et la remodèle. Il la présente sous une forme inhabituelle, humoristique, sarcastique, parfois presque ridicule. Cette dimension humoristique est essentielle dans son œuvre. Quand il peint un mannequin avec un décolleté qui fait ressortir non deux, mais toute une série de seins, la déformation peut paraître ironique. Pourtant, la société du spectacle à laquelle il fait référence ne fait pas que l’amuser. Il la trouve plutôt stupide, grotesque, à la limite du pervers. Max Weinberg est toujours heureux quand des jeunes, dont la vue est inondée par les images des médias, se laissent surprendre par ses tableaux et s’enthousiasment spontanément. Sa peinture est directe, inconditionnelle et tente, malgré les dissonances voulues sur la toile, de susciter une approche facile. Il intègre d’ailleurs des éléments de la culture urbaine dite „underground“ comme les graffitis.

Max bouleverse volontairement dans ses tableaux ce qui est biologiquement programmé, pour pointer sur ce qui est archaïque et immuable dans l’essence de la condition de l’être humain, comme la composition physique ou le lot des émotions – amour, passion, haine, jalousie, tristesse etc. – qui ne sont, fort heureusement, pas tributaires d’un système de société quelconque.

C’est parce qu’une femme avec trois jambes, cinq yeux et dix-huit seins n’existe pas qu’il la peint. Demander pourquoi tel portrait est dotée de six yeux renvoie à la question de savoir pourquoi nous en avons deux ou – plus généralement – pourquoi nous sommes faits comme nous le sommes…

 


Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser
über Max Weinberg:

(english text below)

Ich möchte Ihnen den deutsch-jüdischen Künstler Max Weinberg vorstellen, dessen Schaffen ich seit 1986 kenne und kunstkritisch begleite.

Er wurde 1928 in Kassel geboren, flüchtete vor den Nazis nach Palästina, und studierte an der Kunstakademie in Tel Aviv und an der Städelschule in Frankfurt. Er lebt und arbeitet seit seiner Rückkehr aus Israel, seit 1959 in Frankfurt am Main und weist eine rege weltweite Ausstellungstätigkeit vor.

Max Weinberg erfüllt in hohem Maße das Kriterium der Professionalität und der Originalität. Von Ex-Bundespräsident Johannes Rau erhielt er die Anerkennung seiner besonderen künstlerischen Verdienste.
Einerseits versucht Weinberg immer wieder in seinen künstlerischen Auseinandersetzungen eigene Gewalterfahrungen aufzuarbeiten, um einem kollektiven „Rückfall in die Barbarei“ zuvorzukommen.

„Ich male das, was anderen nicht gefällt“, lautet Weinbergs Devise zu seinen extra großformatigen Arbeiten zu „Ästhetik und Gewalt“. Sie zeigen die krasse Kollision, den direkten Impakt zwischen Tätern, brutaler Gewalt und Opfer. Und sie erwecken so ein ästhetisches Bedürfnis nach Verzicht auf Gewalt! Öl- oder Mischtechnik auf Leinwand und Papier, häufig mit hartem Schwarz-Weiß-Kontrast, diese Bilder, mit ihren dichten vielschichtigen Symbolen, provozieren und machen zugleich betroffen.
Andererseits aber, und das zeigte die Ausstellung MEGAFETT, steckt in Max Weinberg auch ein frohlockender homo ludens, mit einem spielerischen Geist, den das ewig Menschliche, das ewig Weibliche unwiderstehlich anziehen. Und diesen möchte er bei Ihnen ausstellen: seine kosmische Erotik – ästhetisch freie, großformatige Arbeiten auf Leinwand und Papier sowie Farblithographien, Zeichnungen und Skulptur.

Weinberg bleibt formal experimentierfreudig und geistig jung. Er ist ein impulsives Malertemperament mit einer, „offensichtlich großen gestalterischen Unbefangenheit“. Er verfügt über eine spielerische Kreativität und provoziert neue Wahrnehmungen. Während der Jahre haben sich die kleinen Szenen herausgelöst und verselbständigt und sind zu monumentalen Formaten angewachsen. Weinberg arbeitet mit ironischer Überhöhung und Brechung, aber auch mit Selbstironie: vom Modell zu den Models spielt er wollüstig mit medienträchtigen Schönheitsidealen mit ironisch grotesk gebrochenen Koryphäen und V.I.P.s der allgegenwärtigen Medienlandschaft. Vom Künstler und seinem Modell, dem weiblichen dreibeinigen und mehräugigen Zyklopen- und Kentaurenweib, hin zum Mannequin , No-Angels, Verona Pooth, Manager, Politiker, Professoren und Moderatoren.

Allmächtige Omnipotenz und Omnipräsenz werden zur Obsession. Sie haben aber nichts Diabolisches oder Dämonisches, sie sind und bleiben einfach göttlich, divin.
Max Weinberg ist ein Maler für den die Farbe, oft angereichert mit anderen Stoffen, plastische Materie bleibt. Fugendichtung Silikon wird mit Spachtel aufgetragen oder wuchert unter Ölfarbe über die Bildfläche. Pink kommt zwar aus der Sprühdose, hat aber nichts Graffitimäßiges und ist dabei nicht bloß eine Farbe, sondern ein powervoller Seelenzustand.
Schwarze Farbbahnen und Farbkonturen raffen Teile der Komposition zu typisch weinbergischen Formelementen, ohne in formales Wirrwarr zu entarten. Weinberg geht malerisch mit der Farbmasse um.

Nicht selten wachsen die Werke des Künstlers zu enormen Formaten an. Weinberg erweitert sein großartiges motorisches Zeichentalent kontinuierlich. Er arbeitet gekonnt mit Verfremdung durch Selbstironie und mit Dissonanzen. Auch in seinen kleinformatigen lapidaren Porträts hat er kein Problem mit ironischem Provozieren. Hier setzt er Farbschichtung und Frottage auf Papier ein. Manche dieser Porträts vergrößert er dynamisch „auf Weltformat“.

In den Miniaturen im Format A4 und A3 dominiert die Mischtechnik: Acryl, Wachs- und Bleistift sowie Collagetechniken wechseln einander ab. So entwickelte sich ein ironischerweise gebrochenes, narratives Kaleidoskop irdischer Instinkte.

1997 entstand seine erste große vitale Skulptur: seine 5,80 m hohe wunderbare „Überirdische Frau“, die zur „Expo 2000“ in Hannover und 2004, im Luxemburger Artisten Centrum aufgestellt wurde.

Für Erfolg ist also, auch im Alter, Raum.
Das Leben und seine Vitalität strahlen über der Erinnerung.

Brigitta Amalia Gonser, Kunstwissenschaftlerin
Frankfurt am Main, im März 2007

 


Researcher in art history Brigitta Amalia Gonser
about Max Weinberg:

(Deutscher Text weiter oben)

Max Weinberg can definitely be considered a very professional and original artist. He received an award for his artistic achievements from the recently deceased former German president Johannes Rau.

On the one hand Weinberg’s art reflects his experiences of violence in an effort to prevent a “collective return to barbarism”.
“I paint objects that other people suppress”, is Weinberg’s comment on his oversized paintings called “Aesthetics and Violence”. They show extreme collisions, the direct impact between the delinquents, brutal violence and victims and induces an aesthetic need to give up brutality!

His paintings, oil and mixed technique on canvas or paper, usually with extreme black and white contrasts, covered with intense, complex symbols, provoke and move the viewer.

On the other hand the exhibition MEGAFAT showed another side of Max Weinberg – a joyous homo ludens with a playful character, who is strongly attracted to the ‘Eternal Human’ and the ‘Eternal Feminine’. Weinberg would be interested in exhibiting this cosmic erotic oeuvre – aesthetic free, large paintings on canvas and paper, colour lithographies, drawings and sculptures.

Weinberg enjoys experimenting shapes and is youthful in spirit. As a painter, he has an impulsive artistic temperament with “evidently great inventive impartiality”. His playful creativeness provokes new perceptions. Throughout the years little scenes have extracted themselves out of his paintings, become independent and turned into monumental formats.

Weinberg works with ironic exaggeration and refraction but also with self-irony: from art models to fashion models – he plays sensually with the reigning beauties of the media, with ironically grotesque broken authorities and the VIP’s of the omnipresent media. From the artist and his art model, the female three-legged and multi-eyed Cyclopes and centaur females to fashion models, No-Angels, Verona Pooth, managers, politicians, professors and moderators.

Omnipotence and omnipresence become an obsession and yet they don’t have anything diabolic or demonic, they are and stay simply heavenly, divine.

To Max Weinberg as a painter the paint – often enhanced with other materials – stays shaped material. He uses a palette knife to spread joint-sealing silicon on the canvas until it looks as if it’s growing rampantly across the picture below the oil paint.
The colour pink comes out of a spray can, but doesn’t resemble graffiti at all; it is more than just a colour, it symbolizes a powerful state of mind. Black stripes and contours sweep parts of the composition together to the typical Weinberg elements and still avoid confusing the viewer with formal chaos.

Weinberg uses paints as pictorial. While he works, his art often increases in size and develops huge formats.
Weinberg continuously extends his great motorial drawing talent. He’s a master at producing stupefaction with self-irony and dissonances. Even his small, lapidary portraits provoke the viewer. He layers paint coats and uses the frottage technique on paper.
Sometimes he dynamically enlarges the portraits to a ‚‘worldly size”. His miniatures sized A4 and A3 are mostly mixed technique – oil, wax and pencil or collage. So he has developed an ironic wise broken, narrative kaleidoscope of mundane instincts.

In 1997 Weinberg created his first huge vital sculpture: a wonderful 19.03 feet toll “Celestial woman” who was exhibit at the “Expo 2000” in Hannover and in 2004 in the “Luxemburger Artisten Centrum”.

Despite his age, experts consider his art youthful, vital and ingeniously unusual. Success is therefore not a question of age. Live and vitality have triumphed over his memories.

Brigitta Amalia Gonser, researcher in art history
Frankfurt am Main, March 2007